Shine a Light Award: Ulmer Schatzkiste braucht eure Stimme!

In Deutschland erkranken täglich etwa 100 junge Eltern an Krebs. Die Ulmer Schatzkiste schenkt krebserkrankten Eltern mit begrenzter Lebenserwartung die Möglichkeit, das Wertvollste festzuhalten: ihre eigenen Worte, Bilder, Gedanken und Geschichten – liebevoll gesammelt in einem ganz persönlichen „Film meines Lebens“.

Vor vier Jahren, zu den Anfängen der Ulmer Schatzkiste, habe ich bereits einen Blogartikel über diese großartige Initiative geschrieben. Nun, 56 Schatzkisten-Filme später, hat das Projekt eine besondere Auszeichnung erhalten: Der Förderverein Ulmer Schatzkiste e.V. wurde mit dem „Shine a Light Award“ der Organisation yeswecan!cer geehrt.

Votet für den shine a light award publikumspreis

Der Preis würdigt innovative Initiativen, die Krebspatient*innen und ihre Angehörigen stärken, Mut machen und dazu beitragen, das Thema Krebs aus der Tabuzone zu holen. yeswecan!cer ist eine deutschlandweite Initiative, die sich für mehr Sichtbarkeit, Aufklärung und Unterstützung rund um das Leben mit Krebs einsetzt.

Und jetzt seid ihr gefragt: Zusätzlich zur Jury- Auszeichnung hat die „Ulmer Schatzkiste“ nun die Chance auf den Publikumspreis im Rahmen der YES!CON, der mit weiteren 15.000 Euro dotiert ist. Stimmt hier ab!

Dr. Klaus Hönig, Katrin Leibing, Dr. Sarah Krämer (Bild: DIE LICHTFÄNGER)

Ich habe mich mit den beiden Initiatoren des Projekts, Dr. Sarah Krämer und Dr. Klaus Hönig, zum Interview in der Villa Eberhardt, dem Drehort der Schatzkiste, getroffen.

Was ist in den letzten 4 Jahren alles passiert?

Klaus: So einiges. Wir haben heute die 56. Schatzkiste gedreht, inzwischen sind wir ein Team von über 40 Leuten, überwiegend ehrenamtlichen. Neben dem Shine a Light Award haben wir im letzten Jahr auch einen Preis für innovative psychoonkologische Versorgungsangebote der Helmut-Wölte-Stiftung gewonnen.

Könnt ihr uns nochmal erklären, was die Schatzkiste mit Psychoonkologie zu tun hat?

Klaus: Die Psychoonkologie befasst sich ja im Allgemeinen mit den psychischen und sozialen Auswirkungen einer Krebserkrankung. Der Film ist der Höhepunkt unserer psychoonkologischen Kurzzeitintervention. Die Patient*innen haben mehrere therapeutische Sitzungen mit uns, bevor wir den Film drehen.

Was wird in den Sitzungen besprochen?

Sarah: Wir arbeiten gemeinsam an existenziellen Themen. Das heißt, wir sprechen über Lebens-/Sinnfragen, klären mit dem Patient*innen, ob es wichtige Angelegenheiten gibt, die offen und zu erledigen sind. Wir blicken auf ihr Leben, ihre Wünsche und Hoffnungen, ziehen Bilanz. So bereiten wir uns gemeinsam auf den Drehtag vor.

Wie kann man sich den Dreh vorstellen?

Klaus: Innerhalb eines Tages drehen wir die Ulmer Schatzkiste in der Villa Eberhardt. Der Film findet in einem Interviewsetting statt. Wir haben einen Drehleitfaden entwickelt, der als Inspiration dienen kann. Teilnehmer*innen können die Geschichte ihres Lebens so biografisch für ihre Kinder und Angehörige festhalten. Das reicht von Lieblingsrezepten, über Geburtstagsgrüße bis hin zu den eigenen Werten und Einstellungen.

Bild: DIE LICHTFÄNGER

Sarah: Wir haben ein wunderschönes Setting in der Villa Eberhardt, in dem man sich wirklich wohlfühlen kann. Die Patient*innen bekommen auf Wunsch ein Styling, auch für Verpflegung ist gesorgt. Die Teilnahme am Angebot ist kostenfrei. Lediglich die Reiskosten müssen selbst getragen werden. Wobei auch hier über Kooperationen die Möglichkeit einer vergünstigten Übernachtung für sie und die Angehörigen besteht und eine Übernahme von Fahrtkosten angefragt werden kann.

Bild: DIE LICHTFÄNGER

Wie alt sind die Patient*innen bei euch im Schnitt?

Sarah: 43 Jahre. Und 1/3 der Patient*innen verstarb während unserer Machbarkeitsstudie nur wenige Wochen nach dem Dreh.

Klaus: Vielleicht ermöglicht der Film den Betroffenen loszulassen. Wir haben uns im Rahmen einer Machbarkeitsstudie damit auseinandergesetzt, welchen Einfluss die Ulmer Schatzkiste auf das Wohlbefinden und mentale Begleiterkrankungen, wie bspw. Depressionen haben könnte und wollen dies nun in einer Wirksamkeitsstudie genauer betrachten.

Wie seid ihr finanziert?

Sarah: Wir sind rein Spenden basiert. Preise wie der Publikumspreis des „Shine a Light Award“ sind für uns von unschätzbarem Wert. Deshalb votet bitte alle für uns, damit wir den Preis nach Ulm holen, und noch viele Schatzkisten drehen können.

Zum Voting

Du möchtest spenden?

Förderverein Ulmer Schatzkiste e.V.
Bank: Volksbank Ulm-Biberach eG

IBAN: DE85 6309 0100 0236 5190 00

BIC: ULMV DE66 XXX

Mehr Infos: Ulmer Schatzkiste | Ein Schatz der Erinnerung